Ein Platz am Tisch für Führungsfrauen in Rheinland-Pfalz

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Lassen Sie uns einmal annehmen, Sie seien die verantwortliche Person, die sicherzustellen hat, dass es mehr Frauen in Führungspositionen und Entscheidungsträgergruppen gibt: wie können Sie Gesetze durchsetzen, die verlangen, dass Frauen eingestellt werden, ohne gleichzeitig Nachteile zu schaffen oder die Frauen, die diese Stellen vielleicht haben möchten oder nicht, zu verprellen? Diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten!
An möglichen Antworten arbeitete ich an einem Dienstagnachmittag an der Universität von Mainz mit den behördlichen Gleichstellungs¬beauftragten des Landes Rheinland-Pfalz als Gast bei deren jährlichem Frühlingstreffen.
Warum sind Frauen in Führungspositionen und Entscheidungsebenen so unterrepräsentiert? Was können wir daran tun? Was macht Frauen so wertvoll, dass es sich für Führungskräfte lohnt, um sie zu kämpfen? Dies sind knifflige Themen. „Frauen“ sind so heterogen wie „Männer“. Aber es stimmt auch, dass Frauen als Gruppe im Arbeitsmarkt unterrepräsentiert und benachteiligt wurden. Ihre Fähigkeiten blieben unbeachtet.

Meine Punkte waren:

  1. Am Ende des Tages muss der Fokus unbedingt darauf liegen, wie wir die Welt verbessern können, wie wir dafür sorgen können, dass Unternehmen besser funktionieren und dass wir in dem was wir tun, effektiver werden. Was ist Ihr Ziel? Die Straßen sauber halten? Kinder erziehen? Sicherstellen, dass jede/r ein Dach über dem Kopf hat? Wenn wir unser Ziel im Auge behalten, wird es leichter, die Details zu bewältigen, die zur Verwirklichung dieses Ziels führen. Dazu gehört auch, die richtigen Leute an den Tisch zu holen.
  2. Auf unbewusster Ebener laufen Prozesse ab, die Männer und Frauen dahingehend beeinflussen, dass sie glauben, Männer seien die besseren Führungskräfte, auch wenn alle Indizien in eine andere Richtung weisen. Dadurch wird die Effektivität von Frauen unterschätzt. Frauen kompensieren dies, indem sie ca. 2,5mal so effektiv sind wie Männer, die die selbe Ebene erreichen. Blinde Evaluationen würden dem abhelfen.
  3. Das Phänomen, dass Frauen in der Hierarchie eines Unternehmens nur bis zu einem bestimmten Niveau aufsteigen und darüber hinaus in den oberen Bereichen der Unternehmensleitung nicht mehr aufzufinden sind, wird als „Gläserne Decke“ bezeichnet.
  4. Erfolgreiches Führen besteht nicht aus einer Sache, die von guten Führungskräften getan wird; es ist eine Kombination aus Dingen. Verantwortung übernehmen, die Bedürfnisse und die Entwicklung der Untergebenen wahrnehmen, die Arbeit getan bekommen, sind einige dieser Dinge. Wir belohnen falsche Verhaltensweisen, wenn wir Gier, Narzissmus und die Fähigkeit, durch Führungspositionen die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu ziehen, belohnen.
  5. Studien, die sich wirklich mit effektiven Führungsstrategien befassen, bezeichen „transformational leadership“ als die effektivste. Transformational leadership findet man häufiger bei Frauen als bei Männern. Effektivere Führungsstrategien nutzen auch Qualitäten, die häufiger Frauen zugeschrieben werden – Beziehungen und Respekt aufbauen, gut zuhören, die Bedürfnisse des Unternehmens und des Teams berücksichtigen. Ein wenig wie Kinder erziehen, eigentlich. Hmmm!
  6. Frauen in Führungspositionen können alleine durch die Neuartigkeit Unbehagen verursachen. Trotzdem lernen Menschen nur, wenn sie ein bisschen herausgefordert werden oder sich unwohl fühlen – allerdings nicht zu unwohl. Dies wird als Zone der Proximalen Entwicklung bezeichnet. Diese Zone zu finden hilft den Unternehmen, sich von alten Verhaltensmustern zu lösen und neue Wege des Sehens und Seins zu entdecken. Frauen in Führungsebene können Unternehmen helfen, diese Zone zu finden und sich weiterzuentwickeln. Und die Frauen in der Führungsebene werden diese „Zone“ manchmal auch spüren. Aber keine Sorge! Hier findet Wachstum und Entwicklung statt!
  7. Beruf und Leben in einer gesunden Symbiose ist eine Forderung der Generation Y und ein Wunsch für beinahe jeden.

Waren Sie dabei? Teilen Sie gerne Eindrücke, Erfahrungen und Feedbacks im Kommentarbereich unten!

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