Frauen in Führungspositionen: Was sollten wir wissen? Was können wir tun?

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Sie sind also eine Frau in Führungsposition: was nun? Wie können Sie die heikle Situation zwischen den Erwartungen an eine Frau und diejenige an eine Führungskraft meistern? Woher kommen diese Erwartungen überhaupt? Was können wir daran tun? Und was macht Frauen zu so großartigen Führungskräften? Über all das sprachen wir am heutigen Abend.

Eine einzigartige Sache hat in Frankfurt begonnen: Die Mitarbeiterinnen der Anwaltskanzlei Noerr LLP laden Ihre Kolleginnen, Mandantinnen und potentielle Mandantinnen – ausschließlich Frauen – zu einem Abend des Lernens und des Networking ein. Ihre Reihe Power Sucht Frau fand an diesem Abend zum dritten Mal statt unter dem Titel Vol III „Ihr Führungsinstrumentarium erweitern“, und ich hatte die Ehre, die Vortragende zu sein. Knapp 150 Frauen in Führungspositionen aus verschiedensten Firmen füllten das Auditorium von Noerr LLP in der Börsenstraße mit Blick auf die Hauptwache und die City Skyline. Der Abend war geprägt von Kameradschaft und Anerkennnung, Hoffnung und Optimismus.
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Meine Hauptpunkte waren:

  1. Auf einem unbewussten Niveau finden Prozesse statt, die Männer und Frauen dahingehend beeinflussen, dass sie glauben, Männer seien bessere Führungskräfte, selbst wenn alle Indizien auf das Gegenteil hinweisen. Infolgedessen wird die Effektivität von Frauen stark unterbewertet. Frauen kompensieren dies, indem sie 2,5 mal so effektiv sind wie Männer auf dem gleichen Niveau. Blinde Evaluationen würden dieses Vorurteil aus der Welt schaffen.
  2. Erfolgreiche Führung liegt nicht in einer einzigen Sache: es ist eine Kombination aus vielen guten Dingen. Verantwortung übernehmen, sich um die Bedürfnisse und die Entwicklung der Untergebenen kümmern, dafür sorgen, dass die Arbeit getan wird, sind einige von diesen Dingen. Führen heißt nicht, das Ego stärken. Der Lohn für die höheren Positionen ist der Ausgleich für den Stress und für das Opfer, alle anderen sowie die Ziele des Unternehmens an erste Stelle zu stellen. Diese Kompensationen sollten nicht Ziele gieriger, narzistischer Menschen werden. Wir belohnen das Falsche, wenn wir Gier, Narzissmus und die Fähigkeit, mit Führungspositionen die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu lenken, belohnen.
  3. Studien über effektive Führung stellen fest, dass Transformationale Führung die effektivste ist, und es ist darüber hinaus diejenige, die von mehr Frauen als Männern angewandt wird. Diese Art von effektiverer Führung greift außerdem auf Qualitäten zurück, die häufig Frauen zugeschrieben werden: Beziehungen aufbauen und Respekt, gut zuhören, auf die Bedürfnisse der Firma und des Teams eingehen. Beinahe wie Kinder großziehen.
  4. Frauen in Führungspositionen können, alleine durch ihre Neuartigkeit, provozierend wirken. Aber Menschen lernen nur, wenn sie sich ein bisschen herausgefordert oder unwohl fühlen – allerdings nicht zu unwohl. Dies nennt man die Zone Proximaler Entwicklung, und diese zu finden hilft Unternehmen, sich von alten Gewohnheiten zu lösen und neue Sichtweisen und Wege zu finden. Führungsfrauen können Unternehmen helfen, diese Zone zu finden und sich weiterzuentwickeln. Und die Führungsfrauen selber werden diese „Zone“ manchmal auch spüren. An dieser Stelle findet Wachstum statt!
  5. Die Männer und Frauen der Generation Y üben neuen Druck auf Arbeitsplätze aus. Arbeit und Privatleben in einer gesunden Symbiose ist eine Forderung der Gen Y und ein Wunsch von fast jedem. Diese Forderungen – falls ihnen entsprochen wird – werden in der Tat jedem in seinem Job helfen.

Selbst die hoffnungsloseste Situation birgt Potenzial – wenn man nach den Gelegenheiten Ausschau hält. Jeder Nachteil kann in einen Vorteil verwandelt werden. Die Nachteile, mit denen Frauen in Führungspositionen konfrontiert wurden, wandeln sich jetzt in ihre Führungsvorteile.

Waren Sie dabei? Scheuen Sie sich nicht, Ihre Eindrücke, Ihre Erfahrungen und Ihr Feedback mit uns in der Kommentarzeile unten zu teilen.


3 Comments


  1. Susanne Gulin
    Apr 29, 2016

    Dear Mrs. Hofmeister,

    thank you so much for this brilliant key-note on women in leadership.

    Although every important consulting company and the most important newspaper referring to this topic, the unconscious bias still exists massively.

    It needs much more positive influence from woman like you to persuade business leaders from our high-level managerial skills.

    Looking foreword to stay in touch with you

    Yours faithfully
    Susanne Gulin


    • Heather Hofmeister
      Mai 05, 2016

      Thank you for your positive feedback, Ms. Gulin! I look forward to staying in touch with you, too! Warmly, Heather Hofmeister


    • Heather Hofmeister
      Sep 15, 2017

      Thank you, Ms. Gulin, for your positive words and support for our getting the science and best practices out. We can all do our part so that the world is more supportive of all kinds of talents in all kinds of people. Warm regards, Heather Hofmeister

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