Gender Segregation in Professorships: boosted by a “Compensation Strategy”?

Post in: Englisch

von Heather Hofmeister, Michaela Jüttemann.

Der Artikel untersucht den Auswahlprozess für Professuren am Fallbeispiel einer großen deutschen Universität, der RWTH Aachen, im Vergleich mit dem deutschen Durchschnitt. Untersucht werden 4 Wissenszweige und 2 Besoldungsgruppen um Erklärungen für die weibliche Unterrepräsentierung an der RWTH Aachen speziell, und an deutschen Universitäten im Allgemeinen zu finden. Betrachtet werden Berufungen zwischen 2005 und 2008, N=93 für die RWTH, N=3722 für Deutschland. Wir vergleichen den Anteil an weiblichen Bewerberinnen, den Anteil von Frauen, die in die in die engere Auswahl gekommen sind, den Anteil, der eine Stelle angeboten bekommen hat und den Anteil von Frauen, die eine Professur angetreten haben. Hierbei stellen sich Unterschiede bezüglich der Fächer und der Besoldungsstufe heraus. In „Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften“ sowie in „Mathematik und Naturwissenschaften“ wurden an der RWTH mehr weibliche Professuren vergeben, als der nationale Durchschnitt beschreibt. Allerdings gibt es dafür andere Erklärungen: In den „Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften“ gibt es Anzeichen dafür, dass eine Kompensationsstrategie angewandt wird. Hierbei werden überdurchschnittlich viele Frauen für Professuren mit geringerer Besoldungsstufe eingestellt und unterdurchschnittlich viele Frauen für Professuren der höheren Besoldungsstufen. In „Mathematik und Naturwissenschaften“ dagegen werden ganz offensichtlich überdurchschnittlich viele Frauen für W2-Professuren eingestellt, für W3-Professuren entspricht der Frauenanteil dem nationalen Durchschnitt, übersteigt in aber nicht.

In den Ingenieurwissenschaften hat die RWTH mehr weibliche Bewerberinnen als der Durchschnitt für entsprechende Stellen in Deutschland verzeichnet. Dennoch entspricht der Anteil berufener Professorinnen nur dem Durchschnitt. In der Medizin auf Besoldungsstufe W3 liegen die Zahl der Bewerbungen und Einstellungen von Frauen unter dem nationalen Durchschnitt.

Hofmeister, Heather & Michaela Jüttemann. 2010. Gender Segregation in Professorships: boosted by a “Compensation Strategy”? Conference: Beyond the leaky pipeline. Challenges for research on gender and science. 19th – 20th October 2010, Brussels (Belgium).
http://www.genderandscience.org/

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