Gastaufenthalt „Center for Economy and Society“ Cornell University

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Diesen Monat bin ich als Gastwissenschaftlerin am Center for the Study of Economy and Society am Institut für Soziologie an der Cornell University in Ithaca, New York. Das Center wird von Prof. Victor Nee geleitet. Er war mein Theorieprofessor zu der Zeit, als ich hier vor 19 Jahren meine Doktorarbeit begonnen habe, und so ist es mir eine besondere Freude, wieder hier zu sein und in seinem Forschungslabor in einer neuen Funktion, nämlich selbst als Professorin, tätig zu sein.
Mit einigen Doktorandinnen und Doktoranden traf ich mich während meines Aufenthalts, um mit ihnen über ihre Karrieren, Hochschulbelange und Forschungsstrategien zu diskutieren. Die Arbeit hier scheint speziell auf Netzwerke und Märkte sowie Unternehmertum zu fokussieren, mit Anleihen bei zahlreichen anderen Fächern wie Chemie oder Naturwissenschaften. Das Center greift auf ein nationales Elitenetzwerk von Forschern zurück, um Möglichkeiten zum Lernen, Ausbilden und Diskutieren zu schaffen, die die Perspektiven voran bringen. So war während meines Besuchs zum Beispiel John Padgett als Gast eingeladen. Das gesamte Center scheint dazu ausgelegt zu sein, zu Innovationen zu inspirieren.
Nach über einem Jahrzehnt der Abwesenheit wieder zurück nach Cornell zu kommen, war eine faszinierende und bereichernde Erfahrung. I habe seit meinem Weggang viel gelernt. Ich verfüge über bessere Kenntnisse der soziologischen Klassiker sowie einer breiteren Literatur als zu der Zeit, als ich noch in den USA lebte.
Darüber hinaus fiel mir auf, dass Doktorandinnen und Doktoranden an der Cornell University immer noch genauso besorgt sind über ihre berufliche Zukunft wie damals. Die Büros sind dieselben, sogar das Mobiliar. Die Technik hat sich geändert, ebenso Gehälter und Förderungslaufzeiten – letztere sind großzügiger als vor 19 Jahren! Laptops und Handys, die es in der Mitte der 90er Jahre noch nicht gab, verändern die Art zu arbeiten und zu kommunizieren.
Eines der größten Vergnügen an der Cornell University ist die unglaubliche Anzahl von Gastdozenten jede Woche. Ich könnte locker jeden Tag mit anregenden Vorträgen füllen. Alleine innerhalb des Instituts gab es jede Woche 2-3 Vorträge von externen Forschern. Ich bin mir nicht sicher, wann die Menschen ihre Forschung und ihre Lehre erledigen mit all diesen bereichernden Erfahrungsmöglichkeiten, aber ich vermute, dass es so läuft wie zu meiner Zeit als Doktorandin – man arbeitet spät und viele Stunden, um die „verlorene“ Zeit auszugleichen.

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